Energiesparen beim Altbau

Was ist effektiv, möglich und sinnvoll.


Die Höhe der Nebenkosten wird für Miet- und Kaufinteressenten immer wichtiger. Kein Wunder, liegen die durchschnittlichen Nebenkosten nach Angaben des Mieterbundes inzwischen bei 2,82 Euro pro m² pro Monat. Einen großen Anteil daran haben mit 85 Cent die Heizkosten und mit 22 Cent die Kosten für die Warmwasserbereitung.

Wie kann effektiv Energie eingespart werden und was ist bei Altbauten möglich und sinnvoll ?


Da kann zunächst mit einem neuen Niedertemperatur- oder Brennwert-Heizkessel kräftig gespart werden, zumal alte Heizungen, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, sowieso ersetzt werden müssen. Ein neuer Gas-Brennwertkessel für ein Einfamilienhaus kostet z.B. zwischen 7.000 und 10.000 Euro. In Baden-Württemberg sind die Vorschriften des EWärmeG zu beachten, danach müssen bei einem Austausch der Heizung 10 % des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden oder andere Maßnahmen durchgeführt werden, die eine dauerhafte Energieeinsparung ermöglichen.

Für Nachkriegsbauten von 1949 bis Anfang der Neunziger Jahre bietet sich ein Wärmedämmverbundsystem an. Besonders sinnvoll ist die Investition dann, wenn sowieso die Fassade erneuert werden soll. Der Aufpreis dafür ist relativ gering und die zusätzliche Investition rechnet sich in kurzer Zeit. Durch eine Verbesserung des U-Wertes um 100% kann mit ca. 20 % Heizkostenersparnis gerechnet werden. Eine Dämmschicht mit 10 cm Stärke kostet inklusive Montage zwischen 60 und 86 Euro pro m².

Ganz anders ist das bei den schönen Altbauten mit Natursteinfassaden vom Beginn des letzten Jahrhunderts. Bei Denkmalschutzobjekten darf die Fassade meist nicht verändert werden und auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, wird eine Fassadenänderung meist nicht gewünscht. In den meisten Fällen ist das auch unnötig, denn die massiven Baustoffe haben eine enorme Speicherfähigkeit für die Erwärmung durch Sonnenstrahlen. Die U-Werte können dadurch sogar niedriger sein, als es das beste Wärmedämmverbundsystem leisten kann. Dann würde eine außen angebrachte Wärmedämmung nur den Vorteil der speicherfähigen Wand beseitigen und diese dadurch energetisch entwerten.

Ab Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung 1995 wurde in der Regel schon so gut gebaut, dass sich die zusätzliche Dämmung nicht lohnt.

Ein weiterer Punkt ist die Dachdämmung. Wurde das Dachgeschoss in den letzten Jahren ausgebaut, ist der Punkt bereits erledigt. Ansonsten kann man über zusätzlichen Wohnraum im Dachgeschoss in Verbindung mit einer Dacheindämmung nachdenken, wenn das baurechtlich zugelassen ist. Wenn es nicht möglich ist, kann man auf die oberste Geschossdecke eine Dämmschicht zu Preisen zwischen 15 und 40 Euro pro m² aufbringen.

Bei kalten Kellern kann sich eine Dämmschicht lohnen, die an der Kellerdecke angebracht wird. Das kostet zwischen 15 und 25 Euro pro m².

Der letzte Punkt sind die Fenster. Eine Verbesserung des U-Wertes um 100 % kann je nach Größe der Fenster eine Heizkostenersparnis von bis zu 20 % bringen. Noch deutlicher sind die Vorteile, wenn bisher nur Einscheibenverglasung vorhanden ist. Moderne Fenster mit einem U-Wert von 1,4 kosten zwischen 300 und 400 Euro pro m².

Für energiesparende Investitionen gibt es unter Umständen Förderungen durch die KFW oder durch das Land Baden-Württemberg. Wenn durch die Sanierungen das Neubau-Niveau nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) erreicht wird, gibt es Zuschüsse, ansonsten können günstige Kredite in Anspruch genommen werden. Näheres siehe www.kfw.de oder www.energiesparfoerderung-bw.de